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Eröffnung YOUniworTH

Wie wollen wir zusammen leben?

„Fremde sind Freunde, die sich noch nicht kennen.“

Mit diesem Zitat von Beate Antonie Tröster eröffnete der Bürgermeister der Stadt Dreieich, Martin Burlon, am 21.01.2020 in der Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich-Weibelfeldschule gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Strauß-Chiacchio die Ausstellung „YOUniworTH“. Ein Kunstwort, welches die Wörter YOUTH/ YOU und WORTH abstrakt miteinander kombiniert. YOUniworTh wurde von den IB-Jugendmigrationsdiensten konzipiert und tourt seit 2018 durch Deutschland.

Es waren zahlreiche Gäste erschienen. Burlon betonte wie bewundernswert er es fände, dass die Bücherei sich engagiert hätte, die Ausstellung bei sich vor Ort zu haben. Marius Bonifer vertrat das Jugendparlament Dreieich, welches die Patenschaft der Ausstellung übernommen hatte. Frau Einloft-Achenbach vom Jugend Migrationsdienst Langen lobte die Kooperation mit der Weibelfeldschule und zeigte sich erfreut, dass die stark nachgefragte Ausstellung jetzt in unserem Landkreis zu Gast ist. Sie erhofft sich, dass möglichst viele Jugendliche über das Thema Migration miteinander ins Gespräch kommen.

Laut JuPa-Sprecher Marius Bonifer gäbe es leider noch viel zu viele – leider auch oft junge – Menschen, die der Auffassung seien, Integration bedeute, jemandem eine fremde Kultur aufzudrängen, und das sei es eben nicht. Bonifer stellte fest: „Integration ist viel mehr, den Leuten zu ermöglichen ihre Kultur weiter auszuleben, aber trotzdem ein Teil unserer Gesellschaft zu sein. Deswegen ist es ganz wichtig gezielt diese jungen Menschen an das Thema heranzuführen und ihnen zu zeigen, wie und was Integration ist, und genau das bezweckt die Ausstellung.

YOUniworTH richtet den Blick auf das Zusammenleben junger Menschen in Deutschland. Ziel der Ausstellung ist es, für die Themen Jugend und Migration zu sensibilisieren, Vorurteile zu hinterfragen und einander besser kennenzulernen. Das Team vom IB-Jugendmigrationsdienst wird nun die Tage die Schulklassen durch die verschiedenen und sehr interessanten Stationen begleiten.

YOUniwortH ist keine gewöhnliche Ausstellung, an der man sich „nur“ informieren kann. Sie ist eine sehr umfangreiche und multimediale Ausstellung. Es sind sieben Stationen, an denen man sich ausprobieren kann und verschiedene aber auch vor allem interessante Aspekte zum Thema Migration erfahren kann. Eine sehr bemerkenswerte Station ist die des Kofferpackens. Hierbei sollen die Jugendlichen entscheiden, was sie alles in ihrem Koffer packen würden, wenn sie auf die schnelle ihr Land verlassen müssten. Dabei sind verschiedene Optionen gegeben, wie zum Beispiel Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch, verschiedene Spielekonsolen. Da sich auch Schulklassen der sechsten Jahrgangsstufe angemeldet haben, dürfte dies zu interessantem Gesprächsstoff führen. Was ist wichtig? Was muss ich mitnehmen? Und genau dieses aktivierende Vorgehen regt die Jugendlichen dazu an, darüber nachzudenken, was genau lebensnotwendig ist.

Viele gehen auch davon aus, dass sie mit Migration allgemein oder auch im Alltag nicht so viel zu tun haben. Aber eine Station beweist das genaue Gegenteil. Es sind an einer Tafel Wörter aufgehängt, die im deutschen Sprachgebrauch täglich verwendet werden und hierbei wird aufgedeckt, dass diese Wörter auch einen Migrationshintergrund haben und viele Jahre über durch verschiedene Sprachen gewandert sind, bis sie letzten Endes zu dem Begriff wurden, wie wir ihn heute verwenden. „Kaputt“ zum Beispiel entspringt einer französischen Redewendung (faire qn. Capot = jemanden schwarz spielen oder besiegen) und gelangte im 17. Jahrhundert in den deutschen Sprachgebrauch. Solche praktischen Beispiele regen die Besucher*innen dazu an, darüber nachzudenken, wie viel wir eigentlich mit Migration im Alltag zu tun haben.

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